Kleider machen Leute

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So wie die Erzählung des deutschen Schriftstellers Gottfried Keller anschaulich den Aufstieg eines armen Schneiders beschreibt, der aufgrund seiner noblen Kleidung für einen Grafen gehalten wird, ist auch in Wirklichkeit das Aussehen oft maßgeblich für den Erfolg. Jetzt, im trendmäßigen Vakuum zwischen der Sommer- und Herbstsaison, ist ein guter Zeitpunkt das aktuelle Styling zu überdenken, um im Herbst dann wohl reflektiert und gezielt seine Garderobe zu ergänzen. 

Schließlich ist das äußere Erscheinungsbild eines der wichtigsten Kommunikationsmittel. Über 60% des Eindrucks und der Erinnerung an eine Person sind der Optik und der Körpersprache zuzuschreiben, circa 30% der Stimme und der Sprache und nur 7% dem Inhalt des Gesagten. Dem Motto entsprechend „ein Blick sagt mehr als tausend Worte“ wird die gesehene Person in Sekundenbruchteilen vom Unterbewusstsein kategorisiert  und, da niemand frei von Vorurteilen ist, automatisch bestimmten wertenden Attributen und Klischees zugeordnet.

Analysiert man die Wirkung der visuellen Erscheinung im Detail, ist ein gelungener Auftritt das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, an deren Spitze die Gepflegtheit steht. Schließlich vermittelt sie Selbstbewusstsein, Gesundheit, Vitalität und Leistungsfähigkeit sowie Wertschätzung gegenüber sich selbst und anderen. Danach gilt es den angemessenen Stil passend zur jeweiligen Situation zu finden, um seine Persönlichkeit bestmöglich zu präsentieren und die Erwartungshaltung des Gegenübers positiv zu unterstreichen. Entsprechen die Äußerlichkeiten nicht der positiven Erwartung, benötigt man viel Zeit und Energie, um seine Persönlichkeit wieder ins rechte Licht zu rücken.

Amerikanische Attraktivitätsforscher haben übrigens auch den Zusammenhang von Aussehen und Einkommen erforscht und bewiesen, dass attraktive Frauen durchschnittlich besser verdienen als ihre unattraktiven Kolleginnen, wobei Schönheit liegt natürlich im Auge des BetrachtersJ. Es lohnt sich also – im wahrsten Sinne des Wortes – dem Aussehen entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen.

Für die Überprüfung der Garderobe gibt es Profis die ihre Kunden zu Hause besuchen und einen Kasten-Check machen, aber er kann natürlich auch selbt gemacht werden.

 Der erste Schritt des beginnt mit der Auswahl der Farben. Passen die Farben ihrer Kleidung zu ihrem Typ? Farblich großflächige Stücke, die dem Teint nicht schmeicheln, sollten gleich aussortiert werden, da auch geschicktes Kombinieren mit anderen Kleidungsstücken nichts nützt. Diesen Herbst gibt es wieder viele neue Modefarben, die es zu entdecken gilt, es sind sicher einige Nuancen dabei, die perfekt mit dem Hauttyp harmonieren.

Danach gilt es die Schnitte auf ihre Modetauglichkeit sowie ihre Passform zu überprüfen. Passt das Outfit perfekt oder muss es gekürzt, ausgelassen oder anders geändert werden um der Körpersilhouette modisch zu unterstreichen? Trendmäßig ist der Spielraum sehr groß, einzig große Schulterpolster sowie auffällige It-Peaces der vergangenen Saison sollten  die nächste Zeit eher im Kasten verweilen.

Zum Abschluss sollte noch die Abnützung der Kleidung kontrolliert werden.  Das schönste Kleid wirkt auf das Gegenüber eher negativ, wenn es leicht verschlissen wirkt oder es Flecken zieren. Gleiches gilt für Accessoires, insbesondere Schuhe, die leider oft noch in einem sehr abgetragenen Zustand zum Einsatz kommen.

Wer möchte, kann eine Liste schreiben, welche Garderobenteile neu angeschafft oder ergänzt werden sollten. Ist die Arbeit vollbracht, kann “frau“ nun durchdacht in den neuen Modekatalogen blättern und die nächste Shoppingtour planen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausmisten

Ihre

Irmie Schüch-Schamburek